Die Himmelfahrt der seligen Jungfrau Maria
Beschreibung:
Bei ihrem Tod waren alle Apostel anwesend, außer Thomas, der bis zum dritten Tag nicht kommen konnte. Die Apostel öffneten das Grab, fanden aber nur viele Blumen darin. Darum geht es in der Tradition, Pflanzen in Kirchen zu weihen.
Die Anzahl der Kräuter, aus denen sich der Strauß zusammensetzte und die zur Weihe in die Kirche gebracht wurden, war unterschiedlich: von neun bis siebenundsiebzig. Wenn ein solcher Strauß aus neun Kräutersorten bestand, dann muss es solche Kräuter wie "himmlische Hitze", Basilikum, Schafgarbe, Johanniskraut, Baldrian, Arnika, Thymian, Meeräsche und Goldtausender gegeben haben. Nach der feierlichen Messe wurden Kräuterbündel ehrfürchtig nach Hause getragen und bis zum nächsten Tag der Himmelfahrt aufbewahrt: Sie wurden im Haus über der Tür des Wohnzimmers aufgehängt, in die "Gottes Ecke" gestellt, an einem Balken in Haushaltsgebäuden befestigt. Diese Tradition setzt sich heute in Österreich fort.
Auch am Fest der Himmelfahrt sind Häuser mit Blumen und Kräutern geschmückt, feierliche Prozessionen, Gottesdienste und Theateraufführungen werden arrangiert.
Übrigens, von diesem Tag bis zum Tag der Geburt Unserer Lieben Frau (8. September) begann eine Zeitperiode, die als Frauen-Dreißig-Tage-Periode (Frauendreißígst) bezeichnet wurde. Es wurde geglaubt, dass während dieser Zeit die Erde den Segen der Mutter Gottes erhielt.